Sommerreifen montieren - Anleitung zum Reifen wechseln

Jedes Jahr stellt sich der Autofahrer/die Autofahrerin die Frage, ob die Sommerreifen selbst montiert werden, oder ob das ein Fachmann erledigen soll. Dem Sicherheitsfaktor bei der Selbstmontage stehen die Kosten gegenüber, die beim Wechsel der Räder durch einen Fachbetrieb entstehen. Kosten, die man als Autofahrer gerne vermeidet.

Dem als Monteur ungeübten Fahrer sei hier nun gesagt: Das Wechseln der Räder sollte kein Problem darstellen, wenn man weiß, auf was man achten sollte und einige Sicherheitsvorkehrungen trifft. Hier nun eine kleine Anleitung, wie Sie ihre Sommerreifen selbst montieren können.

Vorbereitung

Wichtig bei Reifen, egal ob Sommer- oder Winterreifen, ist zuerst einmal der allgemeine Zustand und der Luftdruck. Prüfen Sie die zu montierenden Reifen also vor der Montage dahingehend, ob sie über eine ausreichende Profiltiefe verfügen und sie nicht bereits poröse Stellen aufweisen. Im Zweifel sollten Sie bereits hier einen Fachmann fragen.

Luftdruck überprüfen

Ein Überprüfen des Luftdrucks ist im Vorfeld zu empfehlen, damit nicht im Anschluss der Montage mit unzureichend Luftdruck zur nächsten Tankstelle gefahren werden muss. Bei den meisten Fahrzeugen findet man die Angaben zum richtigen Luftdruck auf einem Aufkleber im Türrahmen der Fahrertür.

Profiltiefe der Sommerreifen prüfen

Checken Sie vorab die Profiltiefe Ihrer Reifen. Diese darf im Sommer nicht unter 1,6 mm pro liegen. Die Mindestprofiltiefe ist demnach 1,6 mm.

Legen Sie sich das richtige Werkzeug parat. Sie benötigen: Einen Wagenheber, ein Radkreuz oder anderen Radmutternschlüssel, einen leichten Montierhebel für eventuell vorhandene Radzierblenden, etwas Kreide und einen Lackstift. Alles erledigt? Dann kann es jetzt losgehen.

Die Reifen-Montage (Anleitung)

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum Sommerreifen selbst montieren und wechseln finden Sie hier:

Positionieren Sie ihr Fahrzeug nun auf einer ebenen Fläche mit ausreichend Platz für die Montage ringsherum. Achten Sie darauf, dass Sie die Handbremse betätigen, um ihr Fahrzeug gegen Wegrollen zu sichern. Falls vorhanden, nutzen sie auch Bremsklötze für die Vorderachse. Sicherheit ist oberstes Gebot!

1. Radzierblenden entfernen & Reifen markieren

Entfernen Sie eventuelle Radzierblenden. Sie beginnen nun die Arbeit, indem Sie zu allererst die Reifen markieren. Kennzeichnen Sie die Reifen mit Kreide entsprechend ihrer Position am Fahrzeug. Schließlich sollen die demontierten Winterreifen in der nächsten Saison wieder genau dort montiert werden, wo sie sich jetzt noch befinden.

Markieren Sie nun die Position der Reifen auf der Achse. Ein Punkt mit Lackfarbe auf dem Gewinde für die Radmuttern an der Stelle, wo sich das Ventil befindet. So stellen Sie sicher, dass der Reifen bei der neuerlichen Montage wieder genauso ans Fahrzeug kommt, wie er jetzt montiert ist. Das ist nötig, weil die Kompletträder in eben dieser Position ausgewuchtet sind und somit einen ruhigen und runden Lauf sicher stellen. Nun lösen Sie jede Radmutter um eine Viertelumdrehung.

2. Winterreifen entfernen

Jetzt können Sie mit dem Wechsel der Reifen beginnen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie, falls sie nicht über eine eigene Hebebühne verfügen, jedes Rad einzeln mit dem Wagenheber anheben. Denken Sie stets an die Sicherung gegen Wegrollen. Befindet sich das Rad in der Luft entfernen Sie die bereits gelösten Radmuttern. Das Rad kann nun getauscht werden. Bringen Sie die Radmuttern an und drehen sie diese mit den Fingern soweit wie möglich fest.

3. Sommerreifen montieren & festziehen

Anschließend nutzen sie den Radschlüssel um die Sommerreifen fester anzudrehen. Beachten Sie unbedingt, dass Sie die Radmuttern „über Kreuz“ nachziehen. Das heißt, dass Sie nach der ersten Radmutter die Gegenüberliegende nehmen. So verhindern Sie ein eventuelles Verziehen der Felge.

4. Wagenheber herunterlassen

Jetzt können Sie das Fahrzeug wieder herunter lassen um die Radmuttern endgültig festzuziehen. Auch hier wieder „über Kreuz“. Drehen Sie nicht zu fest, denn das Rad muss mit einem Drehmoment angezogen werden um Beschädigungen an der Felge zu vermeiden und schließlich soll es ja irgendwann auch wieder demontiert werden. Ein Nutzen von aufgesetzten Stangen, Rohren usw. als Hebelverlängerung ist also absolutes Tabu. Optimal wäre natürlich ein entsprechender Drehmomentschlüssel. Oftmals kann man sich diesen an der Tankstelle seines Vertrauens kurz ausleihen, um den Sommerreifen genau mit der richtigen Kraft zu verschrauben.

Diesen Vorgang wiederholen Sie exakt so bei den anderen Reifen. Fahren Sie eine kleine Runde, um zu überprüfen, ob die Auswuchtung der Räder stimmt und das Fahrzeug ruhig läuft. Ihr Auto ist somit gerüstet für die Sommersaison. Wichtig: Bitte überprüfen Sie unbedingt nach ungefähr 50 Kilometern den festen Sitz der Radmuttern. Nach Möglichkeit nutzen Sie dazu wieder einen Drehmomentschlüssel. Reifenwechsel kann fast Jeder. Keine wirkliche Kunst und schon gar kein großes Geheimnis.

Wozu also einen Fachmann oder eine KFZ-Werkstatt aufsuchen?

Ob ein Fachmann zum Einsatz kommt, liegt an jedem selbst. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Ob die berühmten zwei linken Hände mit ausschließlich Daumen, Zeitmangel oder auch einfacher Platzmangel im Stadtzentrum.

Sollten Sie sich nicht zutrauen, Ihre Sommerreifen selbst zu montieren, lassen Sie die Finger davon. Können Sie Ihre demontierten Reifen richtig lagern? Besitzen Sie also einen Felgenbaum oder haben sich Ähnliches selbst in Keller oder Garage gebaut? Reifen gehören nicht gestapelt in irgendeine Ecke. Das Montieren der Sommerreifen erfolgt nicht mal eben zwischen Tür und Angel. Haben Sie die entsprechende Zeit?

Beim Profi können Sie davon ausgehen, dass Alles ordnungsgemäß montiert wurde und auch die Lagerung der Reifen fachgerecht erfolgt. Ein Gefühl der Sicherheit, dass sich Einige gerne etwas kosten lassen. Wägen Sie alle Gründe und Argumente gut ab. Bei Sommerreifen geht es um Ihre Sicherheit und die hat allerhöchste Priorität.

Stand: 09/2019