Was bedeutet der Rückzug von Binance für Kryptoinvestoren?

Mit viel Fanfare kündigte der Krypto-Riese Binance Ende 2022 seinen Marktstart für Österreich an. Kaum ein halbes Jahr später machte das Unternehmen einen Rückzieher: Wie im Juni bekannt wurde, hat es seinen Lizenzantrag bei der FMA zurückgezogen. Auch von der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin erhielt Binance kürzlich eine Absage. Die Pläne des Unternehmens im deutschsprachigen Raum liegen damit vorerst auf Eis. Was bedeutet das für Anleger?

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Enttäuschung bei Anlegern

Der Rückzug von Binance aus dem österreichischen Markt ist für viele Anleger eine Enttäuschung. Vor allem für professionelle Investoren ist Binance aus verschiedenen Gründen interessant. So erlaubt die Plattform den Handel mit mehr als 150 unterschiedlichen Kryptowerten. Andere Anbieter unterstützen oft nur eine Handvoll Kryptowährungen, besonders neue Coins kommen dort zu kurz. Das ist auch deshalb ärgerlich, weil diese Tokens das größte Wachstumspotential aufweisen. Zudem verfügt Binance über einen besonders großen Funktionsumfang.

Für Einsteiger mag die Vielfalt der Optionen verwirrend sein. Aber viele Krypto-Profis setzen gerade deshalb auf die Plattform. Aus genau diesem Grund haben zahlreiche österreichische Kryptoanleger in den letzten Jahren ein Konto bei Binance eröffnet und verschleiern ihre Herkunft mit einem VPN-Dienst. Wie lange diese Rechnung noch aufgeht, ist fraglich. Denn europäische Banken weigern sich mittlerweile, Transaktionen an Binance abzuwickeln. Und auch die einheimischen Finanzbehörden dürften in Zukunft immer genauer hinsehen.

Deutsche Anbieter unter Umständen bedingt eine Alternative

Beim großen Nachbarn ist die Vielfalt an deutschsprachigen und lizenzierten Kryptobörsen aktuell deutlich größer. Das Vergleichsportal Coin-Update listet aktuell mehr als 20 Broker, die dort ihre Dienste anbieten. Prinzipiell steht es österreichischen Anlegern auch zu, innerhalb der EU ihren Anbieter frei zu wählen.

Allerdings sollten sie sich keine Hoffnungen machen, dass sie auf diese Weise die österreichische Kryptosteuer umgehen können. Die Abgabe von 27,5 % auf alle Gewinne aus Kryptoinvestitionen ist vielen Anlegern ein Dorn im Auge. Allerdings wird sie auch dann fällig, wenn österreichische Bürger Kryptowährungen im Ausland an- und verkaufen. Es lohnt sich also nur dann, ins Nachbarland auszuweichen, wenn die Konditionen der Kryptobörsen selbst besser sind.

Alternativen zu Binance

Der Rückzug von Binance aus Österreich ist vor allem ein Rückschlag für Investoren, die mit weniger bekannten Altcoins handeln wollen. Wer vor allem an großen Werten wie Bitcoin oder Ethereum interessiert ist, findet nach wie vor zahlreiche lizenzierte Anbieter. Dort sind zwar unter Umständen einige Handelsoptionen nicht verfügbar, aber gerade für Einsteiger sollte das kein Problem darstellen. Alle Börsen bieten die Möglichkeit an, Euro per Banküberweisung einzuzahlen und in Kryptowährungen umzutauschen.

Es ist aber auch möglich, Kryptowährungen per Kreditkarte oder per Paypal zu kaufen. Erhebliche Unterschiede gibt es bei den Gebühren, die beim Umtausch von Kryptowährungen anfallen. Es lohnt sich also in jedem Fall, die Konditionen der Anbieter zu vergleichen. Einige namhafte Anbieter, die von der FMA einer gründlichen Überprüfung unterzogen wurden und eine Lizenz erhalten haben, sind eToro, Uphold und das Unternehmen Bitpanda, das in Österreich gegründet wurde.

Gründe für das Binance-Aus in Österreich

Für Experten kommt der Rückzug von Binance aus Österreich nicht überraschend. In den letzten Monaten hat das Unternehmen weltweit für negative Schlagzeilen gesorgt. In Großbritannien, Belgien und den Niederlanden stellt Binance im Juni ebenfalls seine Aktivitäten ein. In Frankreich laufen gegen das Unternehmen Ermittlungen wegen Geldwäschevorwürfen. Und die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC verklagte das Unternehmen gar wegen angeblich irreführender Geschäftspraktiken.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass es Binance nicht gelang, das Vertrauen der FMA-Prüfer zu gewinnen. Noch hat Binance seine Expansionspläne in Europa aber nicht ganz aufgegeben. Das Unternehmen kündigte bereits Maßnahmen an, mit denen es seine internen Probleme in den Griff bekommen will. Mittelfristig strebt Binance weiterhin eine starke Präsenz in Österreich und anderen EU-Ländern an.

Veränderung als Chance

Die Schlappe für Binance ist auch ein deutliches Signal von Seiten der Regulierungsbehörden, dass die Wildwest-Ära bei Kryptowährungen endgültig zu Ende ist. In Zukunft müssen sowohl Anleger als auch Finanzdienstleister damit rechnen, dass die Behörden ihnen genau über die Schulter schauen. Die neuen gesetzlichen Regelungen zielen zwar vor allem darauf ab, Geldwäsche und betrügerische Aktivitäten zu unterbinden. Aber auch ehrliche Anleger müssen sich zukünftig genauer mit der Gesetzeslage auseinandersetzen.

Das ist zweifellos ein Umbruch. Die Veränderung bringt aber auch Chancen mit sich. Denn das Misstrauen gegenüber Kryptowährungen war in der Vergangenheit groß und hat ihr Wachstum ausgebremst. Ein sicheres Umfeld schafft die Grundlage dafür, dass Kryptowährungen auch im Mainstream akzeptiert werden. Davon profitieren auch die Investoren der ersten Stunde, die im Moment durch die Turbulenzen um Binance und andere Kryptobörsen verunsichert sind. Denn eine steigende Nachfrage nach Kryptowährungen dürfte auch einen bislang beispiellosen Wertzuwachs mit sich bringen.

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Stand: 02/2024